Mitteilungsblatt Nordheim
Neues aus Nordheim und Nordhausen
Aus der Sitzung des Gemeinderats vom 23.10.2026
Erfasst von: Redaktion, Aslan, Selin | 27.10.2026
In seiner letzten Sitzung hatte sich der Gemeinderat unter anderem mit folgenden Tagesordnungspunkten zu beschäftigen:
Bekanntgaben
Wärmeplanung beschlossen
Um die Klimaschutzziele im Wärmebereich zu erreichen, hat die Gemeinde Nordheim gemeinsam mit den Nachbarorten Lauffen, Flein, Neckarwestheim und Talheim einen kommunalen Wärmeplan entwickelt. Der Gemeinderat hat nun den Wärmeplan beschlossen. Die Ziele des Wärmeplans sind bei allen planerischen und infrastrukturellen Aktivitäten, Verfahren und Baumaßnahmen zu berücksichtigen. Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, welche der im kommunalen Wärmeplan priorisierten Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren begonnen werden können. Der kommunale Wärmeplan (Fachgutachten) ist auf der Homepage der Gemeinde Nordheim veröffentlicht.
Feststellung des Jahresabschluss 2024 für das Wasserwerk Nordheim
In der Sitzung des Gemeinderats wurde der Jahresabschluss 2024 des Wasserwerks vorgestellt. Der Jahresfehlbetrag in Höhe 21.440 EUR wird mit Gewinnvorträgen verrechnet. Eine Konzessionsabgabe an die Gemeinde konnte nicht ausbezahlt werden. Der Gemeinderat hat den Jahresabschluss 2024 förmlich festgestellt und über die Behandlung des Jahresfehlbetrags entschieden. Die Feststellung des Jahresabschlusses 2024 wird auf der Internetseite www.nordheim.de unter „Bekanntgaben“ veröffentlicht.
Öffentlicher Fußweg zwischen Klausen- und Brackenheimer Straße ist entwidmet
Im Zuge der geplanten Errichtung von vier Mehrfamilienhäusern soll der bisher öffentliche Fußweg zwischen der Klausenstraße und der Brackenheimer Straße leicht nach Norden verlegt und in das Bauprojekt integriert werden. Dafür muss der Weg seinen bisherigen öffentlichen Status verlieren. Damit der Fußweg auch nach dem Verkauf an den Bauherrn weiterhin und dauerhaft von der Allgemeinheit genutzt werden kann, wird ein entsprechendes Wegerecht im Grundbuch eingetragen. Bereits im Juni 2026 hatte der Gemeinderat beschlossen, das dafür notwendige Verfahren zur Entwidmung des Fußwegs einzuleiten. Während der dreimonatigen Offenlage gingen aus der Bevölkerung keine Einwendungen bei der Gemeinde ein. Der Gemeinderat hat nun der endgültigen Entwidmung des Fußweges zugestimmt.
Mit der heutigen öffentlichen Bekanntmachung wird die beschlossene Entwidmung rechtskräftig. Den vollständigen Bekanntmachungstext finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Nordheim unter www.nordheim.de/website/de/bekanntmachungen.
Annahme von Spenden
Durch Gemeinderatsbeschluss wurden folgende Spenden dankend angenommen:
- Fa. meoFortis GbR, Nordheim: 50 EUR für das Krippenhaus Vogelnest,
- diverse Spender im Rahmen des "Tag der offenen Tür" des Krippenhaus Vogelnest: 5 EUR,
- Heimatverein Nordheim e.V., Nordheim: 3.000 EUR für das Buchprojekt "Nordheimer Geschichten III".
Sonstiges und Anfragen
Weinberghut 2026
Wie schon seit Jahren in Nordhausen wurde die Weinberghut im Jahr 2026 nun auch in Nordheim erstmals vom Ortsbauernverband Nordheim in eigener Verantwortung organisiert und durchgeführt.
Jahresabschlüsse des Kernhaushalt: Gemeinderat beschließt vereinfachtes Verfahren
Der Gemeinderat hat beschlossen, die noch ausstehenden Jahresabschlüsse der Gemeinde Nordheim gebündelt in Form von Doppelabschlüssen aufzuarbeiten, um den bestehenden Rückstand abzubauen. Dabei sollen gesetzlich vorgesehene Vereinfachungsmöglichkeiten genutzt werden, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Die einzelnen Haushaltsjahre und ihre jeweiligen Ergebnisse werden weiterhin getrennt dargestellt. Auch die vorgeschriebene Prüfung und Feststellung der Jahresabschlüsse bleiben bestehen. Die Vorgehensweise wurde mit der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörde abgestimmt.
Bauarbeiten an der Umgehungsstraße L1106
Aus der Mitte des Gremiums wurde angefragt, was derzeit an der Umgehungsstraße in Nordheim gebaut wird. Bürgermeister Schiek berichtete, dass der Landkreis dort entlang der Landesstraße schadhafte Bankettplatten richtet. Am ersten Tag der Baumaßnahme war es aufgrund der Ampelregelung zu einem langen Rückstau gekommen. Zwischenzeitlich fahren die Ortskundigen offenbar andere Wege. Die Sperrung ist bis zum 6. November 2026 beantragt. Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahme schneller abgeschlossen werden kann.
Schülerverkehr nach Lauffen – noch viele Fragen offen
Die geplanten Änderungen beim Schülerverkehr zwischen Nordheim und Lauffen sorgen weiterhin für Diskussionen. Wie aus der Mitte des Gemeinderates berichtet wurde, beschäftigen die Pläne des Landkreises auch viele Eltern. Insbesondere die vorgesehene Nutzung der Bahn anstelle bisheriger Busverbindungen wird kritisch gesehen. Dabei spielen vor allem Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Zuverlässigkeit der Bahn eine Rolle.
Auch wurde darauf hingewiesen, dass die bisher guten Busverbindungen nach Lauffen für viele Eltern bei der Wahl der weiterführenden Schule eine wichtige Rolle gespielt haben. Durch die geplanten Änderungen könnte die Attraktivität des Schulstandorts Lauffen leiden.
Bürgermeister Schiek erläuterte nochmals die Hintergründe. Der Landkreis überprüft derzeit Busverbindungen, für die es auch andere Fahrtmöglichkeiten gibt. Damit sollen unnötige Doppelangebote vermieden und Kosten eingespart werden. Davon ist auch der Schülerverkehr zwischen Nordheim und Lauffen betroffen, weil grundsätzlich auch die Bahn oder Busverbindungen über Brackenheim genutzt werden können.
Ursprünglich waren noch weitergehende Einschränkungen vorgesehen. Inzwischen steht aber fest, dass die besonders stark genutzten Busverbindungen vor der ersten und nach der sechsten Schulstunde erhalten bleiben sollen.
Die Gemeinde hat dem Landratsamt bereits deutlich gemacht, dass sie die geplanten Änderungen unter den derzeit bekannten Voraussetzungen nicht für sinnvoll hält. Das Landratsamt verweist seinerseits auf den Auftrag des Kreistages, Kosten zu sparen und bei der Beurteilung der Busverbindungen im gesamten Landkreis die gleichen Maßstäbe anzulegen.
Eine vom Landratsamt angekündigte Übersicht über die möglichen alternativen Fahrtverbindungen liegt bisher noch nicht vor. Sobald diese verfügbar ist, wird die Gemeinde darüber informieren.
Unabhängig davon hat der Gemeinderat bereits im September ein Ingenieurbüro beauftragt, die Verkehrssituation in der Bahnhofstraße und rund um den Bahnhof zu untersuchen. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob die vorhandenen Straßen und Anlagen für eine stärkere Nutzung der Bahn durch Schülerinnen und Schüler geeignet sind. Ergebnisse liegen dazu bisher noch nicht vor.
Bürgerfragestunde
Wo können junge Erwachsene gemeinsam feiern?
In der Bürgerfragestunde erkundigte sich ein Bürger, welche Möglichkeiten die Gemeinde jungen Erwachsenen bieten könne, um sich in größerer Runde zu treffen und gemeinsam zu feiern.
Auf Nachfrage von Bürgermeister Schiek berichtete der Bürger, dass die Situation in anderen Gemeinden ähnlich sei. Meist würden für solche Veranstaltungen Räumlichkeiten von Vereinen genutzt. Lediglich in Neipperg gebe es eine sogenannte „Ranch“ im Außenbereich.
Bürgermeister Schiek sah darin auch einen Hinweis darauf, dass es für diesen Wunsch keine einfache Lösung gibt. Die Gemeinde kann nicht ohne Weiteres Flächen oder Gebäude für größere Feiern zur Verfügung stellen. Gerade im Außenbereich, also außerhalb der bebauten Ortslage, gelten besondere gesetzliche Vorschriften.
Dies betrifft auch den bekannten Jugendtreff im Außenbereich, dessen baurechtliche Situation derzeit vom Landratsamt geprüft wird. Dabei geht es nicht darum, dass Feiern im Freien grundsätzlich unzulässig wären. Allerdings müssen bei der Einrichtung und dauerhaften Nutzung eines solchen Treffpunkts zahlreiche Vorschriften beachtet werden.
Dazu gehören beispielsweise Fragen der Zufahrt und der Parkmöglichkeiten, der Sicherheit und der Rettungswege sowie des Natur- und Artenschutzes. Diese Anforderungen lassen sich gerade im Außenbereich nur schwer erfüllen.
Der Wunsch der jungen Erwachsenen nach einem geeigneten Treffpunkt ist nachvollziehbar. Eine einfache und kurzfristig umsetzbare Lösung konnte Bürgermeister Schiek allerdings nicht in Aussicht stellen.
Informationen zum Flächennutzungsplan
Ein Bürger erkundigte sich, wo er verständliche Informationen zur derzeit laufenden Fortschreibung des Flächennutzungsplans erhalten könne. Dieser Plan legt in Grundzügen fest, wie die Flächen im Gemeindegebiet künftig genutzt werden sollen, beispielsweise für Wohnen, Gewerbe oder Landwirtschaft. Die Unterlagen liegen derzeit öffentlich aus und können auch im Internet eingesehen werden.
Bürgermeister Schiek verwies auf das Bauamt der Gemeindeverwaltung, das bei Fragen gerne weiterhilft.
Eigener Schülerverkehr als Alternative?
Eine Bürgerin regte an, den Schülerverkehr zwischen Nordheim und Lauffen künftig privat oder durch die Gemeinde selbst zu organisieren.
Bürgermeister Schiek erläuterte, dass die Einrichtung eines zusätzlichen Fahrdienstes neben den bestehenden öffentlichen Verkehrsangeboten sowohl rechtlich als auch organisatorisch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden wäre. Hinzu kommt, dass die Gemeinde angesichts ihrer derzeitigen finanziellen und personellen Situation keine weiteren Aufgaben dieser Größenordnung übernehmen kann.
Zunächst müsse ohnehin abgewartet werden, welche alternativen Fahrtmöglichkeiten das Landratsamt für die Busverbindungen vorschlägt, die künftig entfallen sollen. Eine entsprechende Übersicht wurde der Gemeinde angekündigt, liegt bisher aber noch nicht vor.
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