Startseite> Neues aus Nordheim und Nordhausen> Kommunale Wärmeplanung – Einladung zur Bürger-Infoveranstaltung am 15. Juli um 19:00 Uhr online

Mitteilungsblatt Nordheim

Neues aus Nordheim und Nordhausen

Kommunale Wärmeplanung – Einladung zur Bürger-Infoveranstaltung am 15. Juli um 19:00 Uhr online

Erfasst von: Redaktion, Aslan, Selin | 30.06.2026

Die kommunale Wärmeplanung soll eine mögliche Klimaneutralität bis 2040 aufzeigen, indem der Wärmebedarf, Treibhausgasemissionen, Gebäudetypen und Versorgungsstrukturen analysiert und Potenziale für Energieeffizienz und erneuerbare Wärme skizziert werden. Die Gemeinde Nordheim erstellte gemeinsam mit den Kommunen Lauffen, Flein, Neckarwestheim und Talheim eine interkommunale Planung, koordiniert durch die Stadt Lauffen, und beauftragte das Büro endura kommunal GmbH.

Bestands- und Potenzialanalysen wurden erarbeitet, im Fachworkshop diskutiert und daraus das Fachgutachten „Kommunale Wärmeplanung Gemeinde Nordheim“ erstellt. Die Ergebnisse wurden im Frühjahr 2026 in den Gemeinderäten vorgestellt, gefolgt von einer Online-Bürgerinformationsveranstaltung am 15.07.2026. Nach Offenlage und Stellungnahmen beschließt der Gemeinderat die Wärmeplanung, deren Ziele künftig in allen relevanten Planungen berücksichtigt werden. Die Teilnahme ist direkt per QR-Code möglich.

Zugangslink:

https://bit.ly/Bürgerinfo-Konvoi-Lauffen

Teilnahme per QR-Code:

1. Wärmeverbrauch nach Sektoren

Die Analyse des Wärmeverbrauchs in Nordheim zeigt eine klare Verteilung zwischen den verschiedenen Sektoren. Der größte Anteil entfällt auf den Sektor privates Wohnen, der etwa 85 % des gesamten Wärmeverbrauchs ausmacht. Der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) sowie Industrie trägt etwa 11 % zum Wärmeverbrauch bei. Öffentliche Gebäude verursachen rund 4 % des gesamten Wärmeverbrauchs.

Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Sektoren
Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Sektoren

2. Wärmeverbrauch nach Energieträgern

Die Auswertung der Daten von Energieversorgern und Schornsteinfegern zeigt, dass die Wärmeversorgung in Nordheim überwiegend auf fossilen Energieträgern basiert.

  • Erdgas: ca. 47 %
  • Heizöl: ca. 36 %
  • Wärmenetze: ca. 2 %
  • Sonstige Energieträger (inkl. Strom): restlicher Anteil
Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Energieträgern
Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Energieträgern

Die vorhandene Wärmenetze werden derzeit vollständig mit fossilen Energieträgern betrieben und enthalten keinen Anteil erneuerbarer Energie. Unter Berücksichtigung eines erneuerbaren Stromanteils von 50 % ergibt sich insgesamt ein Anteil von etwa 13 % erneuerbarer Wärme in Nordheim. Somit basieren rund 87 % der Wärmeversorgung auf fossilen Energieträgern.

3. Baualtersklassen der Gebäude

Die Analyse des Gebäudealters zeigt, dass etwa 47 % der Gebäude in Nordheim vor 1979 und somit vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet wurden.

Da Gebäude aus dieser Zeit häufig über eine geringe Wärmedämmung verfügen, besteht ein hohes Potenzial zur Verbesserung der Energieeffizienz durch energetische Sanierungen.

Balkendiagramm: Gebäude nach Baualtersklassen
Balkendiagramm: Gebäude nach Baualtersklassen

4. Alter der Heizungsanlagen

Die Daten der Schornsteinfeger zeigen, dass das durchschnittliche Alter der Heizungsanlagen in Nordheim etwa 20,5 Jahre beträgt. Rund 45 % der Heizkessel sind 20 Jahre oder älter. Viele dieser Anlagen müssen in den kommenden Jahren ersetzt werden.

Nach Empfehlungen gilt eine fossile Heizungsanlage ab 15 bis 20 Jahren als modernisierungsbedürftig. Anlagen dieses Alters entsprechen häufig nicht mehr dem aktuellen technischen Stand.

5. Triebhausgasemissionen

Für das Referenzjahr 2023 wurden für Nordheim 16.988 Tonnen CO₂-Emissionen aus der Wärmeerzeugung berechnet. Die Emissionen verteilen sich entsprechend der Wärmenutzung auf die verschiedenen Sektoren.

Balkendiagramm: CO₂-Emissionen nach Sektoren
Balkendiagramm: CO₂-Emissionen nach Sektoren

6. Einsparpotenziale durch Gebäudesanierung

Die energetische Sanierung des Gebäudebestands bietet erhebliche Einsparpotenziale. In einer Simulation wurde angenommen, dass alle Wohngebäude umfassend saniert und mit modernen Heizsystemen ausgestattet werden.
Das maximale Einsparpotenzial beträgt 43 % Reduktion des Wärmebedarfs entspricht etwa 26 GWh pro Jahr. Dies zeigt, dass die Sanierung bestehender Gebäude eine zentrale Maßnahme zur Reduktion des Energieverbrauchs darstellt.

Balkendiagramm: Maximales Einsparpotenzial durch Sanierung
Balkendiagramm: Maximales Einsparpotenzial durch Sanierung
instagram