Ortsumfahrung Nordhausen

 

Freie Fahrt auf der Ortsumfahrung Nordhausen

Ein großer und bedeutender Tag für Nordhausen. Das war die einstimmige Bewertung aller, die am Montag dieser Woche an der Verkehrsfreigabe der Ortsumfahrung Nordhausen teilgenommen haben.

 

Gut 300 Gäste waren auf die neue Straße gekommen. Auf Höhe der Unterführung des Verbindungsweges zwischen Nordheim und Nordhausen fand der offizielle Akt statt, mit dem das Land Baden-Württemberg als Bauherr die Ortsumfahrung ihrer Bestimmung übergab.

 

Der beim Regierungspräsidium für den Straßenbau verantwortliche Abteilungsleiter, Andreas Hollatz, begrüßte die Anwesenden, die vom Chor der Nordhausener Grundschule musikalisch eingestimmt wurden.

 

 Verkehrsminister Winfried Hermann bei seiner Ansprache umringt von zahlreichen Gästen

 

Wie schon beim Spatenstich war erneut Verkehrsminister Winfried Hermann zu Gast und freute sich über den guten Verlauf der Baumaßnahem und darüber, dass die Verkehrsfreigabe nun sogar früher erfolgen konnte, als ursprünglich geplant. Alltäglich, so der Minister, ist das nicht. Auch darauf, dass die neue Straße alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, ging Hermann ein. Lediglich fünf Neubaumaßnahmen wurden 2017 umgesetzt und als entscheidend erwies sich, dass die Planung weit fortgeschritten und rasch umsetzbar war.

 

Was lange währt, wird endlich wahr. Jahrzehntelang hat sich die Gemeinde mit ihren Bürgern bemüht, eine Ortsumfahrung zu bekommen. Bürgermeister Schiek ging darauf ein, dass er die Ortsumfahrung aber weniger als Abschluss betrachte, sondern vielmehr als Anfang und notwendige Voraussetzung für die nun mögliche Sanierung der Ortsmitte von Nordhausen. Vergleichbar dem 20 Jahre zurückliegenden guten Verlauf in Nordheim, wo ebenfalls erst nach der Verlagerung des Durchgangsverkehrs neu gestaltet werden konnte, soll nun gemeinsam mit der Bürgerschaft die Erneuerung von Nordhausen angegangen werden.

 

Schiek vergaß nicht zu erwähnen, dass eine Medaille regelmäßig zwei Seiten hat, so auch hier. Negative Auswirkungen wie z.B. der Landverbrauch stehen den positiven Folgen gegenüber. Diese positiven Wirkungen aber sind so vielfältig und groß, dass für den Bürgermeister die Summe des Nutzens deutlich überwiegt.

 

Wie Landrat Detlef Piepenburg sprach auch der Bürgermeister gegenüber den Vertretern des Landes an, dass die Ortsumfahrung für den Waldenserort nur der 1. Abschnitt der sogenannten Zabertalstraße ist. Weitere Abschnitte, wie die Westumfahrung von Nordheim und die Umfahrung von Dürrenzimmern wurden angemahnt. Ob sich aus der Zus

age des Verkehrsministers, sich die Verhältnisse nochmal anzuschauen, etwas ableiten lässt? Nach derzeitigem Stand ist Skepsis angebracht.

Ein kleiner Schnitt für die Offiziellen – ein großer Schritt für Nordhausen. Von links nach rechts Andreas Hollatz vom Regierungspräsidium Stuttgart, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL; Verkehrsminister Winfried Hermann, Landrat Detlef Piepenburg, Bürgermeister Volker Schiek, Daniel Renkonen MdL, Projektleiter Lars Friedel

 

Korsoteilnehmer: die Schlepperfreunde Nordhausen mit ihren Oldtimern, hier Felix Perrot

 

Für die neue Ortsumfahrung bedankte sich Bürgermeister Schiek jedoch bei den Vertretern des Landes. Auch den Eigentümern der Grundstücke, die durch Abgabe der notwendigen Flächen die Maßnahme unterstützt haben und der Landwirtschaft für deren Verständnis gegenüber den naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen dankte er herzlich. Weitere Dankadressen gingen an den Gemeinderat, der stets hinter der Ortsumfahrung stand uns alle sich damit verbindenden Chancen nutzt, so z.B. den Ausbau eines Geh- und Radweges zwischen den beiden Ortsteilen und auch die Erweiterung der Gasversorgung nach Nordhausen. Den Bürgern dankte der Schultes dafür, dass sie so lange auf die Ortsumfahrung gewartet und nun auch noch die Umstände der Baumaßnahme verständnisvoll ertragen haben. Dem Grundschulchor dankte der Bürgermeister noch vor Ort für die musikalische Umrahmung und den Mitarbeitern der Gemeinde wird hiermit gedankt für deren gekonnte Bewirtung der Gäste, die sich nach dem offiziellen Akt in der Willy-Weidenmann-Halle trafen, um diesen für Nordhausen historischen Tag bei einem Vesper und einem Glas Wein ausklingen zu lassen.

Gemütlicher Ausklang in der Willy-Weidenmann-Halle

 

Direkt nach dem offiziellen Teil wurden die Sperren beiseite geräumt und seit Montag abend fließt der Verkehr, der sich bisher durch Nordhausen zwängte, über die neue Ortsumfahrung. Einiges ist aber noch zu tun.

 

 

Die Hauptstrecke der neuen Ortsumfahrt ist frei und wird genutzt. An der künftigen Kreuzung mit der Kreisstraße nach Brackenheim-Hausen geht es aber bisher nur geradeaus. Auch die Zufahrt nach Nordhausen ist hier noch nicht möglich.

 

Die Zufahrt nach und von Nordhausen Richtung Brackenheim-Hausen ist noch nicht fertig, was dazu führt, das zunächst nur über die östliche Anbindung gefahren werden kann. Bis zum Frühjahr werden auch noch einige weitere Arbeiten zu erledigen sein, so z.B. das Angleichen der Bankette, die Verteilung des Erdaushubs, das Einsäen oder auch der Rückbau der alten Straße und der Provisorien. Und wenn es dann im Frühjahr wäre wird, dann erhält die Straße auch eine endgültige Fahrbahnmarkierung; die derzeitige ist nur provisorisch aufgebracht. Wir werden über die weiteren Arbeiten wieder berichten.

 

Terminankündigung:

Ortsumfahrung Nordhausen wird für den Verkehr freigegeben

 

Wenn die Witterung den Bauarbeitern nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, dann kann die Ortsumfahrung für Nordhausen in wenigen Tagen für den Verkehr freigegeben werden.

Der Termin ist für Montag, 18. Dezember 2017 um 15.30 Uhr vorgesehen. Geplant ist, dass u.a. Verkehrsminister Winfried Hermann, Regierungspräsident Wolfgang Reimer und Bürgermeister Schiek den offiziellen Teil gestalten und –symbolisch – den Weg freigeben. Stattfinden soll das Ganze auf der neuen Straße im Bereich der Unterführung des Zabergäuradweges zwischen Nordheim und Nordhausen.

 

Anschließend trifft man sich angesichts des insbesondere für Nordhausen bedeutenden Ereignisses zu einem Getränk in der Willy-Weidenmann-Halle. Die Bevölkerung ist jetzt schon herzlich zu diesem Termin eingeladen. Weitere Informationen gibt es im Blättle in der nächsten Woche.

 

Noch biegt die Karawane ab Richtung Nordhausen, doch bald brechen neue Zeiten an.