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Frauenwahlrecht vor 100 Jahren errungen

Erfasst von: El-Kothany, Helga (07.03.2019)

Beim gut besuchten Stammtisch des Zabergäuvereins in der „Weinsteige“  in Güglingen machte Heidrun Lichner, die rührige 2. Vorsitzende, ihre interessierten  Zuhörer mit der demokratischen Errungenschaft des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen vertraut. Sie bettete ihren Vortrag in die dramatischen Ereignisse der damaligen Zeit unmittelbar nach dem verlorenen Weltkrieg ein: Geldnot, Nahrungsknappheit, schwere Grippewelle mit vielen Toten, behinderte Rückkehrer vom Krieg, Abdankung des Kaisers und des Königs von Württemberg, Bildung einer provisorischen Regierung… In diese Zeit fielen die Aufrufe zur Wahl der verfassungsgebenden Nationalversammlung. Alle Parteien, so hat Heidrun Lichner u.a. auch im regionalen „Zaberboten“ recherchiert, hatten Frauen auf ihren Listen, richteten ihre Wahlaufrufe an Frauen und Männer oder boten sogar eigene Frauenversammlungen an. Natürlich gab es auch Kritik, man traute Frauen ein Mandat nicht zu, man kritisierte das Wahlalter von 20 Jahren. Im oberen Zabergäu gab es gerade eine Wahlversammlung wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche. Eine beeindruckende Zahl: 37 Mandate von 423 gingen bei der Wahl zur Nationalversammlung an Frauen, eine Quote, die in den Gemeinderäten heute kaum erreicht wird. sz