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Baustellenbegehung Ortsumfahrung Nordhausen

Erfasst von: Büchele, Birgit (09.10.2017)

Windig und frisch, aber trocken war es am vergangenen Samstagnachmittag. Das richtige Wetter für die Baustellenbegehung der Ortsumfahrung Nordhausen. Etwa 150 Teilnehmer trafen sich am Feuerwehrmagazin in Nordheim, um von Bürgermeister Volker Schiek und Vertretern des Regierungspräsidiums Stuttgart über den Stand und Einzelheiten des Projektes informiert zu werden.

Bekanntermaßen hat sich die Gemeinde ja an die Baumaßnahme des Landes angehängt. Die vom Land beauftragte Firma Strabag wird auch die Gehwegverbindung um den Kreisverkehr auf der Zimmerer Höhe schließen. Damit sollen sichere Verhältnisse für die Fußgänger in diesem Bereich geschaffen werden, die mit der zunehmenden Bebauung und durch den REWE-Markt immer mehr werden.

Auch der Ausbau der Geh- und Radwegverbindung zwischen Nordheim und Nordhausen erfolgt gemeinsam mit dem Bau der Ortsumfahrung. Entlang des neuen Weges, der auch beleuchtet sein wird, werden sowohl die Gasleitung als auch Leerrohre für künftige Verwendungen verlegt.

 

Frage: Wieso wird der Geh- und Radweg südlich der Straße geführt? Das erfordert für die Benutzer eine Querung der neu entstehenden Kreuzung zwischen den beiden Ortsteilen. Eine Trassenführung nördlich der alten Landesstraße wäre sicherer gewesen.

Antwort: Der Weg südlich der Landesstraße zwischen Kreisverkehr und der neuen Kreuzung zwischen Nordheim und Nordhausen besteht schon lange bzw. ist in jedem Falle notwendig. Auf ihn könnte nicht verzichtet werden, denn er ist zur Erschließung der angrenzenden Grundstücke erforderlich und Teil der genehmigten Planung. Es ist davon auszugehen, dass dieser Weg – egal, ob dafür gedacht oder nicht – immer wieder auch als Gehwegverbindung nach Nordhausen genutzt würde. Die Überquerungshilfe im Bereich der Kreuzung wäre also in jedem Falle notwendig; alles andere wäre viel zu gefährlich. Dennoch hat der Gemeinderat über eine „Gehwegführung nördlich der L 1106“ beraten und Ende 2015 beim Regierungspräsidium nachgefragt, ob die Fußwegeverbindung im Kreuzungsbereich als Teil der genehmigten Planung dann verzichtbar ist. Antwort: Das wäre eine wesentliche Änderung, die zu größeren Zeitverzögerungen führen würde. Nachdem damit klar war, dass dieser Weg kommen muss, wurde auf einen zusätzlichen Gehweg auf der nördlichen Seite verzichtet. Angesichts der Gelände- und Eigentumsverhältnisse sowie mit Blick auf die immensen Kosten sicherlich eine nahvollziehbare Entscheidung des Gemeinderates.

 

Nun wird die Ortsumfahrung gebaut nach den Plänen, die mit der sogenannten Planfeststellung 2009 nach längerem Verfahren und umfangreichen Beteiligungsmöglichkeiten genehmigt wurden. Regelmäßig wird im Blättle über den Fortgang der Bauarbeiten berichtet und in www.nordheim.de können alle Berichte quasi als Bautagebuch nachgelesen werden.

Umso erfreulicher war das dennoch große Interesse an einer geführten Begehung der Baustelle. Der Bürgermeister und die Vertreter des Regierungspräsidiums nutzten den gemeinsamen Spaziergang, um über Wissenswertes zu informieren, wie z.B. Maße und Mengen, bisheriger und künftiger Bauablauf; Umgang mit dem Oberflächenwasser, Naturschutzmaßnahmen usw. Dabei vergaß der Bürgermeister nicht den Dank an die vorherigen Grundstückseigentümer und insbesondere an die kooperativen Landwirte.

 

 

Projektleiter Lars Friedel informiert die interessierten Teilnehmer

 

Frage: Wieso werden die Kreuzungen nicht als Kreisverkehr gebaut?

Antwort: Auch hier ist grundsätzlich auf das Plangenehmigungsverfahren in den Jahren vor 2009 zurück zu gehen. Die Pläne zur Ortsumfahrung lagen damals aus; zur Beteiligung waren alle eingeladen. Nach Angaben des Landes wurde zwar darüber nachgedacht, statt Kreuzungen Kreisverkehre zu bauen, die Überlegung wurde jedoch verworfen. Als Begründung wurden insbesondere die deutlich unterschiedliche Belastung der einzelnen „Straßenäste“ aufgeführt, verbunden mit dem Vorrang des überwiegend genutzten Straßenverlaufes und der Aussage (sinngemäß), dass eine Landesstraße/Ortsumfahrung insbesondere dem zügigen Vorankommen dienen soll. Das „Herunterbremsen“ des Verkehrs, so die damalige Sicht der Dinge, entspreche den mit einem solchen Straßenbau verfolgten Zielen nicht.

Seit einiger Zeit wird dieses Thema offenbar anders betrachtet. Allerdings gilt wiederum dasselbe, wie oben bei der Gehwegverbindung ausgeführt: Eine spätere Änderung hätte dazu geführt, dass man die Planung neu hätte aufrollen müssen. Eine Realisierung wäre wieder so ungewiss geworden, wie die Jahrzehnte zuvor.

Stand der Dinge ist, dass in beiden Kreuzungen Leerrohre so eingelegt werden, dass eine evtl. Aufstellung von Ampeln möglich ist, ohne nochmal graben zu müssen. Auf das letzte Nachhaken in dieser Beziehung wurde der Gemeindeverwaltung im Frühjahr 2016 mitgeteilt, dass man den Hinweis auf mögliche Sicherheitsrisiken sehr ernst nehme. Angekündigt wurden ein erneutes Sicherheitsaudit und Abstimmungen mit der unteren Verkehrsbehörde.

 

Im Bereich der Kreuzung der künftigen Ortsumfahrung mit der Kreisstraße nach Hausen wurde der Bau der Amphibientunnel begutachtet. Mag auch der ein oder andere Aspekt hier (je nach Verfassung) ein Lächeln oder ein Bauchgrimmen hervorrufen – im Grundsatz besteht weitgehende Einigkeit: Eingriffe in die Natur sind auszugleichen. Flora und Fauna sind zu schützen.

 

Die Baustellenbegeher zu Fuß, wo schon bald der Verkehr um Nordhausen herumfahren wird.

 

Der Gang über den bereits vollständig geschotterten Straßenaufbau ließ nicht nur neue Blickwinkel auf Nordheim und Nordhausen zu, er zeigte auch, wie weit die Baumaßnahme schon gediehen ist. Teilweise ist schon die zweite Lage Schotter eingebaut, die sogenannte Schottertragschicht. Dieser folgt als nächstes die erste Schicht der Asphaltbeläge, von denen es laut Projektleiter Lars Friedel im Straßenbereich insgesamt drei mit letztlich insgesamt 26 Zentimetern Stärke geben wird. Planmäßig ist denkbar, dass der erste Asphalt noch im Oktober eingebaut wird.

Die dann notwendige Anbindung der neuen Ortsumfahrung an die bestehende Landesstraße (am Ortsausgang Nordheim und beim Meisenhölzle Richtung Dürrenzimmern) wird vorher noch für deutliche Verkehrsbeeinträchtigungen sorgen. Aufgrund der Umstände wird während dieser jeweils mehrere Wochen dauernden Bauphase der Verkehr nur einspurig und ampelgeregelt abgewickelt. Insbesondere während dem Berufsverkehr ist mit Wartezeiten zu rechnen und mit Verspätungen ggü. den Fahrplänen der Busse. Sobald genaue Informationen vorliegen, werden wir diese auf üblichen Wegen veröffentlichen.

 

Frage: Was geschieht mit dem Teil der „alten“ Landesstraße westlich von Nordhausen, der später nicht mehr gebraucht wird?

Antwort: Der Straßenabschnitt zwischen dem Baubeginn beim Meisenhölzle und der heutigen Abzweigung nach Hausen wird rekultiviert. Es bleibt ein Feldweg als Zufahrt zu den landwirtschaftlich genutzten Grundstücken, alles andere wird wieder grün.

 

Einige weitere Fragen wurden unterwegs angesprochen. So interessierten sich manche schon für den späteren Umgang mit der heutigen Ortsdurchfahrt Nordhausen oder auch dafür, wie und wann es denn mit einer Umfahrung für Nordheim weitergehe. Auch hierzu kann etwas gesagt werden, aber es macht nicht wirklich Sinn, allzu häufig Wasserstandsmeldungen abzugeben. Sobald wichtige Etappenschritte bei diesen kommenden Aufgaben erreicht sind, wird die Gemeindeverwaltung informieren.

Zum Abschluss der gemeinsamen Begehung traf man sich im Schuppen des Aussiedlerhofes Asaret der Familie Müller. Ein Saftschorle oder ein Glas Wein und eine Brezel hatten sich alle Teilnehmer verdient, die an der Baustellenbegehung teilnahmen. Wer wollte, wurde zum Ausgangspunkt in Nordheim zurückgefahren. An die Teilnehmer der Veranstaltung nochmal herzlichen Dank für Ihr Interesse am kommunalen Geschehen.