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Heimatverein Nordheim (Archiv)

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Todesfall vor 250 Jahren

Erfasst von: Welsch, Horst | 21.05.2013 – 04.06.2013

 

 Im Totenbuch ist im Mai 1763 der Tod eines erst 28jährigen, katholischen Maurergesellen namens Caspar Neuner eingetragen, der „aus dem Bambergischen“ stammte. Er hatte „an dem allhiesigen Neuerbauten Pfarrhauß geschafft“, dessen Bau im Mai 1763 demnach noch nicht abgeschlossen war. Er starb am Samstag, den 28. Mai 1763 an Auszehrung und wurde am Montag, 30.5. ohne Ceremonien“ begraben. Die Todesursache „Auszehrung“ ist aus heutiger Sicht nicht eindeutig erklärbar.Unter diesen Begriff fallen mehrere Krankheitsbilder mit Kräfteverfall und starkem Untergewicht, wie z.B. Krebs, Tuberkulose („Schwindsucht“).

Weil er katholisch war, wurde er ohne Glockengeläut und ohne Leichenpredigt beerdigt. Darüber, ob er an einem besonderen Platz im Friedhof begraben wurde, wird nichts ausgesagt. Hundert Jahre zuvor bekamen Andersgläubige immer einen besonderen Platz auf dem Friedhof zugewiesen:

1666 wurde eine katholische Magd „an einem besonderen örtlein auf dem Kirchhoff“ begraben, ein Calvinist wurde 1678 „auf dem kürchhof am endt“ und 1685 ein anderer Calvinist „an einem eckh des kürchhoffs“ beerdigt. Heutzutage bestimmen Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit nicht mehr den Ort der Bestattung. Derartige Trennungen gibt es auf dem heutigen Friedhof nicht mehr.

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