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Mitteilungsblatt Nordheim

Gesangverein "Liederkranz" (Archiv)

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160 Jahre Liederkranz Nordheim

Erfasst von: Schuster, Hannelore | 16.04.2012 – 31.12.2012

Ein stimmungsvoller Gottesdienst im Jubiläumsjahr

 

In diesem Jahr wird Nordheims ältester Verein 160 Jahre alt.

Das war der Anlass, den ersten Gottesdienst nach Ostern, am Sonntag Quasimodogeniti, musikalisch zu umrahmen.

Kand. Theol. Tobias Habicht war für den Gottesdienst zuständig. Lena Haug begleitete den Gottesdienst an der Orgel. Dem Predigttext lag der Kollosserbrief des Apostels Paulus zugrunde, adressiert an die neu gegründete christliche Gemeinde in Kollossä.

Es kamen Fragen auf: Was haben Jesu Anhänger wohl nach der Hinrichtung ihres Meisters empfunden? Und später, als die Menschen wieder fähig waren, sich auf ihn zu besinnen, was war da wirklich wichtig? Musste auch ein Heide, vom Auferstandenen und dessen Gedankengut überzeugt, sich erst dem jüdischen Gesetz unterordnen, um Christ werden zu können? So wurde der Gemeinde, der von Kollossä und der von Nordheim, vermittelt, was es bedeutet, Christ zu sein. Wichtig sind für Paulus die Taufe, das Bekenntnis zu und das neue Leben mit Gott und Jesus, ohne Vorleistung durch Gesetze, Regeln und Vorschriften als Bedingung des Christseins. Es ist die Gewissheit jedes Einzelnen, von Gott angenommen und geliebt zu sein und deshalb seinen Nächsten aus den gleichen Beweggründen ebenso zu behandeln. Der Glaube des Christen vermittelt sich nicht durch Lippenbekenntnisse und Worthülsen, sondern durch das Leben von Beziehung und Wirken in der Gemeinschaft, für die Gemeinschaft.

Der Liederkranz Nordheim in der Bartholomäuskirche,
Foto: Ingrid Plieninger

 

Diese Gewissheit brachte der Liederkranz Nordheim unter der bewährten Leitung von Elisabeth Zich in seinen Liedern gekonnt einfühlsam zum Ausdruck: das Spirituel „Oh, Herr, welch ein Morgen“ mit Hans Schuster als Solist, „Santa Maria“ in Verbindung mit dem Vaterunser, die beiden auf Psalmen beruhenden Choräle „Jauchzet, jauchzet dem Herrn“ und „Herr, deine Güte reicht so weit“ sowie zum Abschluss ein altirischer Segensgruß.

Das Singen ist seit jeher eines der elementaren Bedürfnisse des Menschen. Er singt, wenn er fröhlich oder wenn er traurig ist, wenn ihm feierlich zumute ist, um sich mitzuteilen oder um sich zu unterhalten, aber auch um seine Tradition und damit ein Stück seiner Identität zu pflegen. Dabei fördert der Chorgesang in erheblichem Maß die Gesundheit und den Gemeinschaftssinn.

Dass ein Verein nun seit 160 Jahren existiert und singt, ist eine beachtliche Leistung, die hauptsächlich darauf beruht, dass die Sängerinnen und Sänger zusätzlich zu diesem Urbedürfnis  von ihrer Aufgabe motiviert sind, das Liedgut, einen bedeutenden Teil der Kultur eines Volkes, zu pflegen und zu wahren.

Seit der Gründung bis heute hat es in der Vereinsgeschichte viele Höhen und Tiefen gegeben. Freude und Leid, Frohsinn und Heiterkeit, aber auch Trauer und Schmerz waren immer wieder Begleiter der Nordheimer Chorgemeinschaft. Das Singen ist die Sprache des Herzens.

Gewiss, die Reihen der Vereinsmitglieder lichten sich. Und man wird älter. Dafür, dass man noch singen kann, sollte man zuerst einmal dankbar sein. Dass dabei die Kräfte schwinden, liegt in der Natur der Dinge. Für viele der Sängerinnen und Sänger ist der Liederkranz aber eine zweite Heimat geworden, die sie lieben und pflegen, solange es ihnen vergönnt ist.

Freuen würde sich der Verein  über neue Mitstreiter.

Haben Sie Lust, in der Gemeinschaft zu singen? Besuchen Sie uns unverbindlich, schnuppern Sie herein. Wir treffen uns jeweils dienstags um 20 Uhr im alten Sitzungssaal, Nebengebäude des Nordheimer Rathauses.

 

Hannelore Schuster

 

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